Star Trek: Picard – Staffel 1 – Folge 2 „Karten und Legenden“

Star Trek: Picard – Staffel 1, Folge 2 „Karten und Legenden“ (Maps and Legends)
Mit: Patrick Stewart, Isa Briones u. a.
Drehbuch: Michael Chabon & Akiva Goldsman
Regie: Hanelle M. Culpepper
Deutsche Bearbeitung: Arena Synchron
Streaming-Start USA: 30. Januar 2020 (CBS All Access)
Streaming-Start D: 31. Januar 2020 (Amazon Prime Video)




Meinung zur Folge: Die 2. Folge der 10teiligen 1. Staffel bietet wenig neues. Die Macher versuchen dies gut zu verstecken, indem durch Handlungssprünge künstliche Dynamik erzeugt wird. Gleich zu Anfang werden wir mit einem Rückblick auf die Ereignisse auf dem Mars konfrontiert. Nach der Titelmelodie sind wie wieder bei Picard. Doch diese Taktik wird beibehalten. Wir sind im Wohnzimmer und schwuuups sind wir am Tatort und suchen Spuren, um ein paar Sekunden später wieder im Wohnzimmer zu sein, in einem Gespräch, das vor der Untersuchung am Tatort stattfand. Für Leute mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne vielleicht eine gute Struktur, aber für alle anderen etwas verwirrend. Seltsam muten auch alle Frauen-Figuren an. Alle, die wir auf dem Sternenflotten-Campus kennenlernen, sind aggressive und feindselige Frauen. Für beinharte Trekies ist daher schon die 2. Folge ein Disaster.

Für Fans der frühen Trek-Serien stellen sich schnell viele unangenehme Fragen: Wo ist die positive Zukunftsvision von „Star Trek“? Wieso wird Picard nicht mit Respekt behandelt? Wieso reden viele Figuren so, als seien sie aus unserer Gegenwart? Wieso wird geflucht, obwohl in „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“ erklärt wurde, das die Menschheit diese Art von Sprache aufgegeben hat?

Genießen ist nur möglich, wenn man_n ausblendet, das die aktuelle Serie, eigentlich ein Teil des großen Ganzen sein möchte. Gelingt dieser „Gedankentrick“, ist es eine genießbare Science Fiction-Serie, die fast einem Krimi gleicht. Die Hauptprotagonisten kommen aber in dieser Folge nicht wirklich weit. Es werden nur Fragen gestellt, egal ob bei Picard und seinen Helfern, oder der Gegenseite. Eine „Geheime, Geheimorganisation“ der Remulaner scheint hinter den Taten der 1. Episode zu stecken, aber weitere Details werden nicht verraten. Die Spurensuche ist recht ruhig, aber doch interessant angelegt. Die Neugier bleibt erhalten, obwohl die 2. Episode deutlich weniger zu bieten hat, als der Auftakt.

Fazit: Kein echtes Star Trek, aber für sich genommen solide Unterhaltung ohne viel Tiefe und einem flotten Schnitt. Die Darsteller passen zu ihren Rollen, aber das Drehbuch bleibt blass und austauschbar.

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