Star Wars: Episode 9 „Der Aufstieg Skywalkers“ (Kritik)


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Star Wars: Episode 9 „Der Aufstieg Skywalkers“ (The Rise of Skywalker)
Regie: J.J. Abrams
Mit: Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Anthony Daniels, Keri Russell, Billy Dee Williams u. a.
Deutscher Kinostart: 18. Dezember 2019

Kritik
Der 9. Film wurde dank gelungenem Medien-Hype von vielen Fans begeistert angenommen, obwohl viele nach dem 8. Film meinten, sie werden nicht mehr ins Kino gehen. Er ist auf jeden Fall besser als der Vorgänger. Aber mal ehrlich, schlechter geht ja auch kaum! Fairerweise muss gesagt werden, das JJ es auch nicht einfach hatte, aus den Krümelchen noch etwas zu machen. Das ist ihm – zugegeben – recht gut gelungen. Leider rettet er die Trilogie, für Menschen die nach einer echten, nachvollziehbaren Handlung suchen, nicht. Für alle, die nur nach guter Unterhaltung suchen und auch Episode 8 gut fanden, ändert sich hingegen nichts. Was den Film fehlt, ist Zeit. Er wirkt wie ein Computerspiel. Es wird in einem viel zu hohen Tempo von Szene zu Szene gesprungen. Es gibt kaum gelungene Momente. Der Humor wirkt aufgedrückt und das Ende wenig glaubhaft. Den Machern gelingt es vieles aus den 8. Film zu ignorieren oder geradezubiegen. Wäre nicht der Tod von Luke Skywalker und das Ableben von Snoke müsste der Zuschauer nicht mal Episode 8 gesehen haben, um den Abschluss zu verstehen!

Nach wie vor bleibt auf der Strecke, wieso das ganze überhaupt passierte und/oder so passieren „sollte“. Ein mal mehr wird deutlich, dass die drei neuen Filme nicht durchdacht geplant wurden und jeder einfach sein eigenes Ding gemacht hat, was die Produzenten mittlerweile sogar zugegeben haben. Daher ist es nicht überraschend, das erneut die Fans sich in zwei Gruppen teilen. Die, die sowieso alles gut finden, mögen ihn und verzerren den Erfolg, weil sie 2-3 ins Kino gehen und die, die ihn nicht mögen und daher nur 1 oder gar nicht ins Kino gehen.

Was ist gut? Die Chemie der Figuren ist gelungen. Die Effekte sind wie immer atemberaubend und auch der Soundtrack lässt das Herz höher schlagen. Dies gilt sowohl für den Film als auch für die herausgegebene Soundtrack-CD. John Williams hat ganze Arbeit geleistet und daher gelingt es durch die Musik hier und dort Emotionen zu wecken. Herzergreifende Szenen bleiben aber in der Unterzahl. Vieles wirkt halt konstruiert. Am Ende steht KEIN GELUNGENER ABSCHLUSS. Wie denn auch? Sämtliche Fragen aus Episode 7 ergeben keinen oder nur wenig Sinn. Die Auflösung überzeugt daher gar nicht.

Fazit: Nett anzusehen und auf jeden Fall besser als der Vorgänger. Der versprochene „gelungene Abschluss“ ist aber keinesfalls vorhanden.



*** BEGRÜNDUNG für das Fazit – SPOILER ***

Das Rey einen gerade zu in Schock befindlichen Kylo einfach absticht, wirkt ebenfalls seltsam, auch wenn die Tat durch Heilkräfte sofort wieder rückgängig gemacht wird. Der Kuss zwischen beide wirkt aufgesetzt und unglaubwürdig. Überhaupt wird nicht erklärt, warum sie überhaupt eine starke geistige Verbindung haben. In Episode 8 hat Snoke behauptet, er hätte dafür gesorgt. Warum ist die Verbindung also noch gegeben? Das wird einfach hingebogen und nun ist der Imperator derjenige, der sie zu sich lockte. Die gefährlich aufgebauten Ritter von Ren werden in 30 Sekunden von Ren umgebracht. Hier stellt sich die Frage: Woher zum Geier wissen die überhaupt, dass sie ihn aufhalten müssen?

Die Motive des Imperators sind hohl und passen nicht zur Gesamthandlung. Er war immer bemüht am Leben zu bleiben und nicht sich zu opfern, um aufzusteigen. Ganz im Gegenteil. Palpatine war immer auf der Suche nach einem Lehrling. Die Mythologie der Jedi und Sith funktioniert nun einmal so! Es gibt IMMER ein Meister und einen Schüler. Es wird natürlich nicht erklärt, warum er überhaupt am Leben ist und was er 30 Jahre lang gemacht hat.

Wer also ein schlüssiges „gelungenes“ Ende erwartet, wie es die Marketing-Leute versprechen, wird enttäuscht. Der Film ist nett anzusehen, ist aber im Grunde keinesfalls ein guter Film. Er hat keine klare Struktur und wirkt zu gehetzt.

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