Kritik: Star Wars: Die letzten Jedi (Kino)


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Star Wars: Episode 8 „Die letzten Jedi“ (The Last Jedi)
Buch und Regie: Rian Johnson
Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Mark Hamill, Carrie Fisher, Adam Driver u. a.
Deutscher Kinostart: 14. Dezember 2017

Kritik
Im Grunde ist es nicht verwunderlich, das bei dem zweiten Film der „neuen Generation“ die Geschmäcker auseinandergehen. Erneut – wie schon bei Episode 7 – bilden sich zwei Lager: Die einen, die einfach etwas mehr Tiefe und Logik, in einer Fortsetzung, möchten, die anderen, die gar nicht bemerken, was ihnen vorgesetzt wird. Letztere sind entweder mit einem Kurzeitgedächtnis gesegnet, oder ihnen fällt die Einfachheit der Handlung gar nicht auf.

Keine Angst, nicht alles an Episode 8 ist schlecht. Es gibt durchaus neue Momente und gelungene Überraschungen. Die Effekte sind ein Fest für die Augen. Die Musik von John Williams ist solide und stimmungsvoll. Es macht auch Spaß die neuen Figuren wiederzusehen, aber es wäre schön gewesen, hätten sie etwas sinnvolles zu erleben. Der Film wirkt so, als würde es 0,0 vorangehen. Damit überhaupt Dynamik aufkommt, wird er in mehrere Handlungsverläufe aufgeteilt. Das Problem daran ist, dass viele überflüssig und einfallslos sind. Überhaupt wird versäumt gute Dialoge und Handlungsverläufe zu schaffen. Alles was in dem gelungenen Cliffhanger von EP7 aufgebaut wurde, wird mit einem albernen Witz in den ersten 10 Minuten des Films zerstört. Um so weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr entsteht der Eindruck, das Rian Johnson JJ Abrams nicht mag. Wieso sollte er sonst ALLES, was interessant und geheimnisvoll war, auflösen? Das grausigste am Streifen ist, das bei Schlüsselszenen diverse Dialoge aus Episode VI einfach 1:1 übernommen wurden. Warum der Film daher als „anders“ und „endlich mal eine neue Herangehensweise“ gelobt wird, erschließt sich mir daher nicht.

Kann er trotzdem Spaß machen? Im Grunde gibt es einen Trick: Episode 7 und 8 einfach als Teil 1 und 2 einer Neuverfilmung sehen. Gar keine Erwartungen haben hilft ebenfalls. Um was geht es in dem Steifen? Na jetzt aber schnell Augen zu, für alle, die noch nicht drin waren….

** SPOILER **

Im Grunde geht – das ist kein Witz – den Rebellen der Sprit aus. Die Verfolger haben noch genug Sprit und tuckern hinterher. Allein das ist superdämlich, denn wieso fliegt die böse, böse Flotte nicht einfach schneller, oder überholt? Luke Skywalker benimmt sich ebenfalls völlig lächerlich. Mark Hamill sieht das ebenso: „Jedi geben nicht auf. Selbst wenn er (Luke) ein Problem hätte, würde er vielleicht 1 Jahr oder ein wenig mehr darüber nachdenken, aber er würde versuchen den Fehler auszubügeln. Genau darüber hatte ich eine Auseinandersetzung (mit der Regie), aber es ist nicht meine Geschichte…“



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Es werden Fragen beantwortet, aber statt der mystischen Stimmung aus dem vorherigen Teil gerecht zu werden, werden plumpe Wege gesucht und gefunden. Die Herkunft von Rey ist – sollte sie Stimmen – einfach nur lächerlich und über den Oberschurken wird nichts verraten. Er wird – wie so viele vor ihm – einfach überlistet. Wie ein Höhepunkt in Episode 9 erreicht werden will, bleibt ein Rätsel. Das Verlangen, noch mal für eine weitere laue Fortsetzung ins Kino zu gehen, stellt sich derzeit nicht ein.

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